Wandern im Nationalpark Gargano (Apulien)

Der Nationalpark Gargano ist das größte Naturschutzgebiet in der italienischen Region Apulien. Wanderer haben hier die „Qual der Wahl“, denn im Gargano bieten sich wunderschöne Wanderwege mit spektakulären Aussichten zwischen Bergen und Meer entlang der Küste. Viele dieser Wanderwege sind auch für Familien mit Kindern geeignet.

Auch mit dem Mountainbike sind die allermeisten Routen problemlos zu befahren. Begeisterte Radfahrer werden im Gargano nicht enttäuscht!

Du hast Fragen zu den Wanderwegen im Gargano? Wende dich an mich! Ich bin deutschsprachiger Reiseführer und bin Ihnen gerne behilflich bei der Auswahl des passenden Wanderwegs.

 Liste der Wanderwege:

Wanderweg zum Monte Sacro

Dieser eindrucksvolle Wanderweg führt Sie zu den Ruinen der Benediktiner-Abtei auf dem Monte Sacro, die der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht war. Mit 874m ist der nördlich von Mattinata gelegene „Heilige Berg“ die höchste Erhebung im östlichen Teil des Gargano-Gebirges.

Im Frühjahr kann man hier die überall am Wegesrand wachsenden wilden Orchideen bewundern und fotografieren: Ein „botanisches Labor unter freiem Himmel“, ein wahrhaftes Blütenparadies, das in ganz Europa seinesgleichen sucht. In der Tat ist Mattinata weltweit als „Hauptstadt der Wildorchideen“ bekannt: Mehr als 60 verschiedene Arten gedeihen rund um das Städtchen am Fuße des Monte Sacro.

Auf den ersten 200 Metern steigt der Weg an, wobei dieser erste Teil als „single track“ (also nur von jeweils einer Person begehbarer Pfad) zwischen Felsgebilden und über Steinstufen verläuft, die schon zahlreiche Mönche auf ihrer Wallfahrt erklommen. In der Tat ist man hier auf einem Pfad unterwegs, den bereits Abertausende Pilgerinnen, Pilger und Hirten einschlugen und so den Mythos dieses Fleckchens im Gargano über die Zeit hinweg lebendig hielten.

Etwa auf halber Strecke stößt man auf eine kleine Votivkapelle, in der sich eine Marienstatue befindet. Eine gute Stelle, um eine kleine Rast einzulegen und den wunderbaren Ausblick zu genießen.

Das letzte Stück des Weges führt durch einen herrlichen Eichenwald und endet an den Ruinen der Benediktiner-Abtei auf dem Monte Sacro. Nun gilt es, diesen zauberhaften, mythischen Ort zu „erkunden“ – natürlich mit Augenmerk auf die eigene Sicherheit und dem gebührendem Respekt vor dem Ort.

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Länge

3 km

Schwierigkeitsgrad

Mittel

Panorama

Kamera mitnehmen!

)

Meereshöhe

874 mt

Geeignet für:

Familien mit Kindern

p

Mindestausrüstung

Trekkingschühe, Wasser

Zeit

60-100 Min.

Jahreszeit

Frühling, Sommer, Herbst

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Wanderweg zum Monte Saraceno und Nekropole der Daunier

Startpunkt dieses wunderschönen Rundwanderweges ist das Ferienressort San Matteo. Zunächst führt der Weg etwa 500m durch die Ebene von Mattinata, wo ausgedehnte Olivenhaine und der Duft des nahen Meeres den Wanderer oder die Wanderin umgeben. Danach geht es 200m lang über in Felsen oder Baumstümpfe getriebene Stufen bergauf. Auf diesen recht anstrengenden Anstieg folgt ein ebener Abschnitt: Von hier aus hat man erstmals Gelegenheit, die gesamte Ebene von Mattinata zu überblicken und in all ihrer Schönheit zu bewundern.

Nachdem der Pfad Gelegenheit zu einer kleinen Verschnaufpause bot, führt er erneut über steil zum Meer abfallende Felsen nach oben, bis zum Gipfel des Monte Saraceno. Dieser Berg erhielt seinen Namen nach den muslimischen Sarazenen, die um das Jahr 1000 in der Region einfielen.

Von hier aus genießt man einen zauberhaften Blick auf den herrlichen Strand von Mattinata und den gesamten Golf von Manfredonia.

Die Nekropole der Daunier

Folgt man der Route weiter, sollte man sich unbedingt Zeit für die Nekropole der Daunier hier am Monte Saraceno nehmen. Die Grabanlage, die gleichzeitig als Kultstätte diente, stellt eines der herausragendsten Zeugnisse jenes Volksstammes dar, der sich in vorchristlicher Zeit vom westlichen Balkan kommend an der süditalienischen Adriaküste niederließ. Die insgesamt über 500 Einzelgräber sind in Form eines Uterus oder eines Beutels in das kalkhaltige Gestein des Monte Saraceno geschlagene Höhlen. Sie beherbergten einst die zusammengekauerten, nach Riten eurasischen Ursprungs bestatteten Körper der Toten. Im Bereich des Gipfels sind diese Gräber geöffnet und gleichen Vertiefungen im Gestein. Ursprünglich enthielten sie wohl Beigaben aus Stein wie Köpfe, Stelen, Schilde oder Phallen.

In den beinahe über das gesamte Areal des Monte Saraceno verteilten Gräbern fand man Vasen aus der Zeit der Daunier und früherer Kulturen ebenso wie illyrische Fibeln, die teils blattförmige Verzierungen aufweisen. Gefertigt wurden diese Gegenstände aus Bernstein und einer nicht näher bestimmbaren, glasartigen Masse.

Die Behausungen, die das einstige Matino, Vorläufer des heutigen Städtchens Mattinata bildeten, waren um die Grabstätten herum angeordnet. Errichtet wurden die kreis- oder hufeisenförmigen Hütten aus Laubwerk und Tierhäuten, wobei ein Pfahl in der Mitte als Stütze diente.

Im weiteren Verlauf des Pfades durchquert man die „Porta Dauna“ und gelangt über eine Abzweigung zwischen Felsen und Pinien wieder hinab in die Ebene von Mattinata. Dabei führt die Strecke teilweise über den sogenannten „Tratturo del San Matteo“: Dieser Pilgerpfad ist nach der gleichnamigen, etwa um 1714 erbauten kleinen Kirche benannt, an der der Weg vorbeiführt.

Es handelt sich um ein ländliches Heiligtum von großer religiöser Bedeutung für Gläubige der Region und darüber hinaus. Wieder im Ferienressort, unserem Ausgangspunkt, angelangt, darf sich der Wanderer bzw. die Wanderin nach einem herrlichen Spaziergang durch die Natur ein wenig Entspannung gönnen.

monte saraceno, mattinata (Gargano)

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Länge

6 km

Schwierigkeitsgrad

Mittel bis Hoch

Panorama

Kamera mitnehmen!

)

Meereshöhe

260 mt

Geeignet für:

Erwachsene

p

Mindestausrüstung

Trekkingschühe, Wasser

Zeit

180 min

Jahreszeit

Frühling, Sommer, Herbst

Wanderweg zum Monte Sant’Angelo (Scannamugliera Pfad)

Mitten durch die zur Adria hin abfallenden Hänge des Monte Sant’Angelo windet sich einer der ältesten Pilgerpfade Italiens: Der Erzengel-Michael-Weg. Bereits seit dem späten 5. Jahrhundert wird er von Pilgern auf dem Weg zur Felsenkirche des Heiligen Erzengels Michael am Monte Sant’Angelo genutzt.

Über lange Abschnitte hinweg führt der Erzengel-Michael-Weg über Stufen, die von Bauern, Hirten und Pilgern in den felsigen Grund geschlagen wurden, um so den beschwerlichen Aufstieg etwas angenehmer zu gestalten. Daher auch die Bezeichnung „Scala Santa“ (Heilige Treppe), die die Pilger dem Pfad im Laufe der Zeit gegeben hatten. Die Strecke verläuft stets durch offenes Gelände; dem Wanderer bieten sich also zahlreiche weite Ausblicke über die felsige, im Laufe der Jahrhunderte vom Menschen mitgeformte Landschaft – eine der interessantesten der gesamten Gargano-Halbinsel.

Die Felsenkirche „Ognissanti“ (Allerheiligen) am Scannamugliera-Tal

Entlang des Wegs stößt man auf gut erhaltene, künstlich angelegte Terrassen, auf alte Tuffsteinhöhlen, kleine, in den Felsen getriebene Wohnhöhlen sowie ganze unterirdische Siedlungen. Die interessanteste dieser Anlagen ist die Felsenkirche „Ognissanti“ (Allerheiligen), die in das Gestein am rechten Hang des Scannamugliera-Tals hinein gebaut wurde.

Im 10. Jahrhundert hatten die Bewohner der Ebene rund um die Kirche eine Siedlung gegründet. Dies legen die überall in diesem Bereich anzutreffenden, in den Fels getriebenen und jeweils mit einer Feuerstelle versehenen Wohnstätten nahe. Letztere sind außerdem über in die Felsschicht gehauene Fußwege und Treppen miteinander verbunden. Von dieser Stelle aus genießt man einen guten Ausblick auf die tiefen, breiten Täler, die sich von den Bergen zum Meer hin erstrecken.

Die Talhänge sind stellenweise mit Laubwäldern, vornehmlich Stieleichen, bedeckt. Außerdem lassen sich bedeutende Goldregen-Bestände feststellen; daneben gibt es Wiederaufforstungen mit Nadelbäumen sowie nicht zuletzt ausgedehnte Bereiche mit Macchie-Bewuchs, der typischen Mittelmeer-Vegetation.

Eine eindrucksvolle Ansicht: der Golf von Manfredonia

Lässt man das Auge weiter schweifen, so genießt man eine eindrucksvolle Sicht auf die weitere Umgebung, die den Golf von Manfredonia, den „Tavoliere delle Puglie“, also die apulische Ebene, und einen Großteil des Daunischen Vorappennins einschließt. Bewundernswert sind weiterhin die raffinierten Systeme zur Wasserregulierung und die Terrassenfelder, die der Besucher in der gesamten Region antrifft. Sie wurden von den ortsansässigen Bauern mit dem Ziel einer nachhaltigen Landwirtschaft angelegt.

Zielpunkt dieses Wanderweges ist der Eingang zum Heiligtum des Erzengels Michael.

Für Fortgeschrittene besteht weiterhin die Möglichkeit, von hier aus den „Carbonara“-Wanderweg einzuschlagen. Dieser führt zurück zur Ferienanlage San Matteo.

monte Sant'Angelo (Sconnamugliera)

0
Länge

6 km

Schwierigkeitsgrad

Mittel

Panorama

Kamera mitnehmen!

)

Meereshöhe

871 mt

Geeignet für:

Erwachsene, Kinder

p

Mindestausrüstung

Trekkingschühe, Wasser

Zeit

120 min

Jahreszeit

Frühling, Sommer, Herbst

Wanderweg zu Mergoli-Vignanotica

Unter den zahlreichen Wanderwegen im Nationalpark Gargano gehört der Naturwanderweg oberhalb der Strände von Mergoli und Vignanotica zu jenen mit den bezauberndsten Panoramen. Viele Naturerlebnis-Experten halten diesen auch als „Pfad der Liebe“ bezeichneten Wanderweg sogar für den schönsten nicht nur auf der Gargano-Halbinsel, sondern in ganz Apulien.

Ausgangspunkt ist eine Stelle auf dem Küstenwanderweg im Bereich Mattinata-Vieste, und zwar dort, wo dieser eine letzte Kehrtwende vor der Abfahrt hinunter zu den Campingplätzen von Vignanotica macht. Von hier aus folgt man in nordöstlicher Richtung einem alten, hervorragend unterhaltenen Saumpfad, dessen Beginn durch eine Holztafel gut sichtbar gekennzeichnet ist. Nach einigen Hundert Metern führt der Pfad zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen atemberaubender Blick auf die „Faraglioni die Mergoli“, einer bizarren Felsklippenformation, und den darunter liegenden, gleichnamigen Strand hat, der auch Strand der „Baia delle Zagare“ genannt wird. In einem Ranking auf „Skyscanner“ wird er unter den 10 schönsten Stränden der Welt gelistet.

Wanderer bieten sich also zahlreiche weite Ausblicke über die felsige, im Laufe der Jahrhunderte vom Menschen mitgeformte Landschaft – eine der interessantesten der gesamten Gargano-Halbinsel.

Ein Wanderweg für Alle

Der Wanderweg Mergoli-Vignanotica ist ein leichter Wanderweg, der quasi auf der gesamten Strecke von einem niedrigen Geländer aus Holz begleitet wird. Er schlängelt sich auf halber Höhe des Küstenabhangs zunächst durch eine typisch mediterrane Macchia-Vegetation: Hier sorgen Wilde Pistazie, Rosmarin und Steineiche für einen konzentrierten Dufteindruck. Danach führt der Weg an einigen Olivenhainen vorbei und weiter durch einen Wald mit Aleppo-Pinien, bevor er nach etwa 1 ½ km einen Rastplatz erreicht. Im Frühjahr kann man an diesem ersten Teil der Wegstrecke neben zahlreichen Orchideen auch die Blüte einer seltenen Unterart der Wilden Garten-Levkoje erleben, die nur in Italien und Dalmatien heimisch ist. Im Gargano wurde sie bisher lediglich an einigen Stellen rund um Mattinata gesichtet.

Zeit zum Baden am Strand von Vignanotica

Im weiteren Verlauf durchquert man einen dichten Pinienwald und gelangt schließlich zu einer Weggabelung, die Ausgangspunkt und Ende des Rundwanderweges darstellt, worauf auch ein an dieser Stelle angebrachtes Schild hinweist: Rechts zweigt der Abstieg zu einem weiteren wunderschönen Strand ab, dem Kieselstrand von Vignanotica. Dieser wird überragt von den charakteristischen hohen, weißen Felswänden, die teilweise lotrecht zum Meer hin abfallen. An einer Stelle dieses letzten Wegstücks, das durch einen direkt am Meer gelegenen Pinienwald führt, wurde ein Rast- und Aussichtsplatz eingerichtet. Von dort aus kann man mit einem guten Fernglas die Wildtiere im nahegelegenen ehemaligen Jagdrevier von Santa Tecla beobachten.

Ist man schließlich am Strand angelangt, lädt das Meer bei geeigneter Temperatur und Wetterlage zu einem Bad ein.

monte Sant'Angelo (Sconnamugliera)

0
Länge

5 km

Schwierigkeitsgrad

Mittel

Panorama

Kamera mitnehmen!

)

Meereshöhe

160 mt

Geeignet für:

Erwachsene, Kinder

p

Mindestausrüstung

Trekkingschühe, Wasser (Nur im Sommer gibt es 2 Kioske am Strand)

Zeit

240 min

Jahreszeit

Frühling, Sommer, Herbst

Mario Sacco

Mario Sacco

Ferienanlage San Matteo

Hi, mein Name ist Mario Sacco. Seit Jahren bin ich deutschsprachiger Reiseführer im Nationalpark Gargano und organisiere Ausflüge für unsere Kunden, die Wandertourismus in diesem wunderschöenen Naturschutzgebiet Apuliens unternehmen möchten. Früher habe ich in Kölle (Köln) gelebt. Das war vor langer Zeit.  Ich vermisse immer noch meine deutschen Freunde und den Karneval. Jedoch nicht das Wetter, denn hier in Apulien ist es definitiv besser 😉

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